Wissenswertes über ätherische Öle

Wissenswertes über ätherische Öle

 

 

 

Was sind Aromaöle?

 

Pflanzen enthalten ätherische Öle als Waffe gegen Fraß, gegen Insektenbefall und als hauseigene Apotheke gegen Krankheiten durch Mikroorganismen. Aber auch um Insekten zur Befruchtung anzulocken. Sie dienen auch als Kommunikationsmittel um andere Pflanzen vor Fraßfeinden zu warnen. Bitterstoffe verhindern, dass sie selbst gefressen werden. Der Duft hilft bei der Lebensraumabgrenzung. Manche erzeugen auch einen gasförmigen Schleier als Schutz gegen UV-Strahlung.

 

Bekannt sind ca. 2300 Pflanzen mit ätherischen Ölen die für Tees, wässrige Auszüge, alkoholischen Tinkturen und ätherische Öle verwendet werden.

 

 

 

 

 

Wie es begann

 

Jeder kennt die kleinen Dufthäuschen und Duftlampen, die besonders in der kalten Jahreszeit gerne Anwendung finden um Wärme und Duft in die Kälte und Dunkelheit zu bringen. Der Weg zur Duftlampe ist aber bereits sehr lange und ereignisreich.

 

 

 

Geschichte der Duftöle

 

Seit Jahrtausenden versuchen Menschen Düfte einzufangen und nutzbar zu machen, z.B. in Parfums, zur Pflege und als Heilmittel.

 

Räucherwerk wurde zur Verehrung der Götter verbrannt. Im Alten Testament kann man über Räucherwerk und Salböle lesen, auch Weihrauch und Myrre werden in der Bibel erwähnt.

 

Duftstoffe wurden, wie durch Mythen, Sagen und Symbolen überliefert ist, bereits vor 5000 Jahren für religiöse Handlungen verwendet. Die Wiege der Aromatherapie liegt möglicherweise in Punjab (Pakistan) wo man bei Ausgrabungen auch ein Destilliergerät aus Terrakotta gefunden hat. Ca. 2000 vor Chr. haben die Ägypter die Duftstoffgeheimnisse entdeckt und gegen Viren und Bakterien sowie für die Einbalsamierungen der Toten verwendet. Sie nutzten bereits duftende Gewürze zum Aromatisieren und Haltbarmachen von Speisen.

 

Auch in Indien, China und Persien wusste man bereits über die Schönheitspflege und das Heilen mit ätherischen Ölen. So wurden Duftstoffe und Gewürze zu beliebten Handelswaren.

 

Im 12 Jahrhundert kam dann das Wissen über England und Frankreich nach Europa. Ursprünglich war das Wissen der Kirche vorbehalten, Weihrauch wurde wegen seiner stark desinfizierenden Wirkung gegen die Pest eingesetzt. Nicht umsonst wird Weihrauch auch heute noch als Schutz in der Kirche verwendet.

 

Aber Ärzte und Wissenschaftler beschäftigen sich trotzdem immer mehr damit. So entstand im 16. Jahrhundert z.B. das Kölnisch Wasser 4711, dessen Name auf die Hausnummer der Firma in der Glockengasse zurückzuführen ist. Paracelsus war der erste, der die Wirkung ätherischer Öle in Verbindung mit bestimmten Inhaltsstoffen brachte.

 

Ende des 18. Jahrhunderts erforschten vor allem französische und deutsche Chemiker die Inhaltsstoffe und es wurden die ersten synthetischen Duftstoffe hergestellt.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Heilkraft ätherischer Öle für die Medizin „wieder entdeckt“. Der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé prägte den Begriff „aromathérapie“. Im ersten Weltkrieg wurden ätherische Öle  in den Lazaretten zur Wundheilung, zur Wundbrandvorsorge, bei Narben, zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung eingesetzt.

 

Heute hat die Aromatherapie weltweit Bedeutung. Sie wird im Italien und England von Ärzten praktiziert. Auch bei uns hat die Anwendung ätherischer Öle viele Anhänger, wobei die innerliche Anwendung nur den Ärzten (in Deutschland auch den Heilpraktikern) vorbehalten ist.

 

 

 

 

 

Qualität

 

 

 

„100% naturreine Öle, authentische Öle, genuine Öle“

 

werden durch schonende Verfahren gewonnen und enthalten keine Rückstände aus dem Herstellungsverfahren. Die Pflanzen dazu werden oft in Bioqualität angeboten, stammen aber auch nicht selten aus Wildsammlung. Sie werden chemisch nicht verändert. Qualitätsunterschiede ergeben sich durch das Erntegebiet und nach Jahr und Witterung.

 

 

 

„Apothekenqualität“

 

bezeichnet standardisierte Öle. Das heißt, dass das ätherische Öl in seine Bestandteile zerlegt und nach vorgeschriebenen Qualitätsmerkmalen wieder zusammengesetzt wird. Manche Substanzen (z.B. Stoffe die isoliert giftig sind) werden dabei weggelassen, andere wieder hinzugefügt. Diese Öle haben eine konstant gleichbleibende Qualität.

 

 

 

„Duftöle“

 

sind oft nur synthetische oder naturidentische Düfte (Ihre Moleküle kommen zwar in der Natur vor, werden aber im Labor zusammengebaut). Sie werden auch in Geruchsnoten angeboten, die es als ätherisches Öl gar nicht gibt, weil die Gewinnung entweder nicht rentabel ist oder der Duft der Pflanze nicht entzogen werden kann, wie z.B. grüner Apfel, Flieder oder auch Maiglöckchen. Wenn man sie verträgt, kann man sie, wie sie in der Werbung oft angeboten werden, als „Geruchsverbesserer“ verwenden. Für gezielte psychische oder physische Anwendung sind sie aber völlig ungeeignet.

 

 

 

 

 

Preisunterschiede

 

entstehen zum einem durch die Qualität, zum anderen durch die Verfügbarkeit der Rohmaterialien und den Mengen die man benötigt um einen Liter Öl zu erhalten.

 

Orangenöl ist ein sehr günstiges Öl, da es aus den Orangenschalen gepresst wird. Es wird daher kaum chemisch ersetzt oder gestreckt. Anders ist das bei Rosenöl, dessen Blätter wenig ätherisches Öl beinhalten.

 

Für 1 Liter Rosenöl benötigt man ca. 5000 kg Blütenblätter. Wenn du also z.B. 5 ml Rosenöl um etwa € 5,- angeboten bekommst, kontrolliere ob es sich dabei um ein verdünntes Öl handelt. Bei einem guten Produkt stehen die Prozente der Verdünnung darauf, sowie das Verdünnungsprodukt, meist Alkohol. Andernfalls handelt es sich um ein chemisches Produkt, oder es besteht zum Großteil aus einem günstigeren Öl wie etwa Rosengeranie.

 

 

 

 

 

Woran erkennst du ein gutes Öl

 

Auf dem Etikett müssen folgende Angaben stehen:

 

 

 

·         „100% reines ätherisches Öl“

 

·         die genaue lateinisch-botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze

 

·         ev. der Chemotyp

 

·         der deutsche Pflanzenname

 

·         das Ursprungsland

 

·         die Anbauweise, z.B.

 

·         das Andreaskreuz

 

 

 

Nicht erschrecken. Seit 2000 müssen laut EU-Kennzeichnungsrichtlinien flüssige Stoffe und Mischungen mit bestimmten Kohlenwasserstoffverbindungen mit dem Andreaskreuz gekennzeichnet sein. Die Gefahr bezieht sich darauf, dass bei Verschlucken größerer Mengen eines Öls Lungenschäden entstehen können.